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Formulierungen im Arbeitszeugnis (3)





In unseren beiden vorigen Berichten – Ist mit Ihrem Arbeitszeugnis alles okay? (Teil 1) und Ihr Arbeitszeugnis als Fotograf (Teil 2) schrieb Get-Foto über die Situation in Sachen Arbeitszeugnis. Steht in Ihrem Arbeitszeugnis, dass Sie immer ehrlich waren und wegen Ihrer Pünklichkeit ein Vorbild, ist das wie Musik in Ihren Ohren – die Ihrem zukünftigen Chef allerdings überhaupt nicht gefallen wird.

Hier finden Sie nun zahlreiche Informationen über die Form, Aufteilung und Formulierungen in Ihrem Arbeitszeugnis. Ihr Arbeitszeugnis sollte auf einem sauberen Papier (keine Punkte oder Striche an den Seiten / oben / unten) gedruckt worden sein und muss in Papierform (keine PDF o.Ä.) übergeben werden. Ausschlaggebend ist auch oft nicht nur die Form und der Inhalt des Zeugnisses, sondern auch…

Fotograf Arbeitszeugnis Bewerbung

die Unterschrift. Das Arbeitszeugnis muss (unter dem eigentlichen Inhalt in Druckform) den Unterzeichner und dessen Position enthalten. Unterzeichnet werden darf das Arbeitszeugnis nur von einem direkten Vorgesetzten – in anderen Worten: eine wichtige Person, die in der unternehmerischen Hierarchie eindeutig über Ihnen steht. Wird das Zeugnis von einer eher unwichtigen Person unterzeichnet ist das meist kein gutes Zeichen und heißt im übertragenen Sinne, grob formuliert: “Das Ausscheiden des Mitarbeiters ist mir als Vorgesetzter egal, daher lass’ ich´s von irgendjemandem unterschreiben da ich mit dafür die Zeit nicht nehmen möchte.” Aber auch die Position der Unterschrift ist ausschlaggebend.

“Geheime Zeichen” im Arbeitszeugnis?

Zum Beispiel wird sehr oft berichtet, dass man sich auch ganz oder teilweise vom Inhalt des Zeugnisses distanzieren kann, indem man überdurchschnittlich weit unter dem gedruckten Namen unterschreibt. Dies geschieht auch oft bei sogenannten “Gefälligkeitszeugnissen” – kurzum: Der Chef möchte – aus welchem Grund auch immer – den Mitarbeiter nicht verärgern oder Ihn einfach was Gutes tun, obwohl er nicht gerade der Mitarbeiter des Jahres war. Um sich nun von all den guten Dingen im Zeugnis zu distanzieren, setzt er seine Unterschrift unnatürlich weit entfernt vom gedruckten Namen und drückt damit seine Distanz zum Inhalt des Zeugnisses aus.

Diese Dinge sollte man zwar wissen, jedoch sollte man sich stets im Hinterkopf behalten: Es sind nicht alle Geschäftsführer und Vorgesetzte mit allen Details dieser “Geheimsprache” vertraut. So kommt es oft vor, dass sich die Meinungen unterscheiden und jeder Chef ein Zeugnis mit anderen Augen sieht.
In einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom vom 14. Oktober 2003 – 9 AZR 12/03 heißt es: „Dem Arbeitgeber ist nicht vorgegeben, welche Formulierungen er im Einzelnen verwendet. Auch steht ihm frei, welches Beurteilungsverfahren er heranzieht. Der Zeugnisleser darf nur nicht im Unklaren gelassen werden, wie der Arbeitgeber die Leistung einschätzt.“

Jeder fasst Dinge anders auf, die “zwischen den Zeile” gelesen werden – daher sollten Sie Ihr Arbeitszeugnis am Besten mehreren Bekannten, Kollegen, Familienmitgliedern zeigen und sich die Meinung dazu sagen lassen.

In Ihrem Arbeitszeugnis werden u.A. folgende (oft auch grammatikalisch falsche) Floskeln verwendet, die sehr gängig sind:

  • Stets zu unserer vollsten Zufriedenheit (sehr gut)
  • stets zu unserer vollen Zufriedenheit (gut)
  • zu unserer vollsten Zufriedenheit (gut)
  • zu unserer vollen Zufriedenheit (befriedigend)
  • zu unserer Zufriedenheit (schlecht)
  • hat sich bemüht, den Anforderungen gerecht zu werden (Sie haben sich zwar bemüht, aber nichts hinbekommen – sehr schlecht)

Für die Belange der Belegschaft bewies er Einfühlungsvermögen
Einfühlungsvermögen ist im Arbeitszeugnis fehl am Platz – ein klarer Hinweis auf eine äußerst umfassendes Sexleben des Mitarbeiters, das er im Betrieb auslebt = sucht während der Arbeit nach Sex-Kontakten

Es kommt drauf an, WIE man es schreibt…

Er hat alle Arbeiten ordnungsgemäß erledigt
Zwar ordnungsgemäß, aber mehr auch nicht. Der Mitarbeiter hat nur das getan, was er tun musste und war pingelig. Er tat nur das was er tun musste. Eigeniniative ist für ihn ein Fremdwort.

Im Kollegenkreis galt er als toleranter Mitarbeiter
…aber nur im Kollegenkreis war Harmonie. Wird nichts von Vorgesetzten erwähnt, war er wohl für seine Chef´s ein hartnäckiger Mitarbeiter der zu Allem sein Kontra dazugegeben hat.

Herr Foto war sehr tüchtig und wusste sich gut zu verkaufen.
Jemand, der sich gut zu verkaufen weiß, hat meist etwas zu verbergen. In diesem Fall versucht der Mitarbeiter zB. fehlendes Wissen durch eine große Klappe zu verbergen. In anderen Worten: Ein unangenehmes Großmaul und Dummschwätzer.

Er bemühte sich, den Anforderungen gerecht zu werden
Auf eine Bemühung folgt doch meist auch der erzielte Erfolg? Aber anscheinend bleibt es bei der Bemühung, denn vom Erfolg ist in diesem Satz nichts zu sehen. Extrem schlecht. Dieser Mitarbeiter hat seine Aufgaben nicht gut gemacht.

Herr Foto hat alle Ihm übertragenen Arbeiten stets zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt
Lassen Sie diesen Satz kritisch auf sich wirken – Sie werden keine negativen Punkte entdecken. Der Mitarbeiter hat die Arbeiten super gemeistert – immer. Eine glatte Eins, die zusätzlich mit “…und uneingeschränkten…” noch um eine 1+ verbessert werden kann.

Wirklich ‘pünktlich’ – oder heißt das mehr?

Er war wegen seiner Pünktlichkeit ein gutes Vorbild
Pünktlichkeit ist das A und O, ist genauso selbstverständlich wie die Tatsache dass Sie regelmäßig zur Arbeit gehen. Wenn solche Punkte wie Pünklichkeit extra ins Arbeutszeugnis geschrieben werden, dann ist das wohl ein Hinweis auf fehlende Qualitäten.Es wurden versucht die besten Punkte herauszusuchen, die Sie vorweisen konnten. Da der Mitarbeiter wohl sonst nichts auf dem Kasten hatte, war die Pünktlichkeit wohl sein einziges Talent. In anderen Worten: Ein totaler Waschlappen, der nichts zustande bekommen hat.

Frau Foto war vor Allem wegen Ihrer stark ausgeprägten Ehrlichkeit bekannt.
Hier ist’was faul – im geschäftsleben muss man ehrlich sein, daher ist das eine Selbstverständlichkeit und sollte nicht im Zeugnis stehen. Sollte es dennoch vor Allem auch “stark ausgeprägt” im Zeugnis vorkommen ist das evtl. ein Hinweis auf eien Langfinger oder Betrüger. Solche Floskeln sind zwar seit 2003 nicht gestattet, kommen in der Praxis jedoch noch sehr oft vor.

Viele Chefs mögen allerdings diese meist extrem übertriebenen Floskeln nicht – Sie als Mitarbeiter sollten Ihr Zeugnis aber ernst nehmen und alle falschen Deutungsmöglichkeiten ausschließen. Sollten Sie Dinge entdecken, die Ihnen nicht ganz gefallen, sprechen Sie mit Ihrem Vorgesetzten darüber und formulieren evtl. einen neuen Entwurf, den Sie Ihrem Chef vorlegen.

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