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Ihr Arbeitszeugnis als Fotograf – Teil 2





Wie bereits in Arbeitszeugnis – Teil 1 geschildert muss ein Arbeitszeugnis nicht unbedingt das aussagen, was drin steht. Da das Zeugnis (in Österreich auch “Dienstzeugnis” genannt) wahrheitsgemäß sein muss, aber dem Arbeitnehmer trotzdem keine Steine in die Karriere-Laufbahn werfen darf, hat sich eine gewisse “Geheimsprache” entwickelt. Es werden bestimmte Dinge besonders hervorgehoben, andere wichtige Dinge widerum weg gelassen. Es werden Dinge besonders betont, andere jedoch ganz nebenbei erwähnt.

In der Gewerbeordnung heißt es sinngemäß: Der Arbeitnehmer hat bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses einen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis. Dieses muss schriftlich sein (nicht in elektronischer Form). Mindestangaben sind Art und Dauer der Tätigkeit – in diesem Fall wäre es ein “einfaches Zeugnis”. Der Arbeitnehmer ist berechtigt, ein qualifiziertes Zeugnis zu verlangen, welches sich auf weitere Informationen wie Leistung und Verhalten erstreckt. In den meisten Fällen wird dies aber auch ohne Bestehen des Arbeitnehmers in qualifizierter Form ausgegeben – insbesondere bei längeren Arbeitsverhältnissen und in qualifizierten Berufen.

Arbeitszeugnis: Klar formuliert, korrekt verstanden

Es muss klar und verständlich formuliert sein und darf keine “versteckten” Formulierungen enthalten. Es darf also – ganz grob gesehen – nicht drinstehen: “Nach Ausscheiden des Herrn Fotograf funktionierte der Printer nicht mehr”. Allerdings darf drin stehen, dass Herr Fotograf sehr sorgfältig war – hat so gesehen die selbe Bedeutung aus dem Aspekt, dass Sorgfalt ebenfalls eine Selbstverständlichkeit im Arbeitsleben darstellt. Daher wirft es ein schlechtes Licht…

Arbeitszeugnis Fotograf - die Zweite

…und lässt erahnen, was es mit dieser Sorgfalt auf sich hat. Steht zum Beispiel folgendes drin:

“Frau Foto erledigte alle ihr übertragenen Arbeiten stets zu unserer vollsten Zufriedenheit.”

ist das – zeugnismäßig gesehen – ein “sehr gut”. Diese Aussage lässt keine Fragen offen: ohne dieses “stets” könnte man sich fragen:Sie erledigte die Arbeiten also sehr gut, aber das ist nicht immer der Fall gewesen. Steht also obiger Text in Ihrem Zeugnis, ist das sehr positiv. Anders wäre es mit diesem netten Satz, wie etwa

“…zeigte Verständnis für Ihre Arbeit und war stets mit Interesse beim Projekt”

Wortwörtlich übersetzt – in Chefsprache: Sie hat Verständnis für Ihren Job gezeigt, also: Sie hat es nun mal akzeptiert, dass man im Leben arbeiten muss und hat es eben hingenommen, täglich ins Büro laufen zu müssen. In anderen Worten: Sie war stinkfaul und man musste Ihr alles mehrmals sagen. Zum Interesse: Nur weil man mit Interesse an einem Projekt hat, heißt das noch lange nicht dass man darin erfolgreich war! Ist also nur die Rede davon, dass Sie interessiert waren, dann heißt das nichts anderes als: Sie hat sich für die Sache interessiert, aber nichts Produktives geleistet und auch sonst waren die Ergebnisse nicht prickelnd. Gleiches gilt, wenn von “bemüht” die Rede ist: Der Mitarbeiter hat sich bemüht, eine Aufgabe zu erledigen. Bei dieser Bemühung ist es aber geblieben – etwas Sinnvolles ist dabei nicht herausgekommen da die Bemühung vergeblich war.

Ihr Arbeitszeugnis – Teil 3: Folgt in den kommenden Tagen
Inhalt: Auflistung der gebräuchlichsten Formulierungen, Risiko beim Selbst-Schreiben eines Arbeitszeugnisses (wenn der Chef einen selbst schreiben lässt und nur seinen Stempel drunter setzt…) Ab morgen online…





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