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Urheberrecht: Fotos aus Google für eigene Werke verwenden (1)





Kreativität und Engagement: Wer ein eigenes Magazin starten möchte, der sollte sich zunächst gründlich vorher informieren über Urheberrecht & Co

Wer ein eigenes Magazin starten möchte, der muss meist viele Hürden meistern – ganz gleich ob es sich hierbei um eine kleine Zeitung zu einem Nischen-Thema oder etwa um eine eigene Website handelt: Es gibt viele Regeln die beachtet werden müssen, sonst heimst man sich teure Probleme ein – ganz gleich ob es sich um eine Druckausgabe oder digitale Zeitung handelt.

So etwa Hobby-Webdesigner und Cocktail-Mixer Gerardo M. aus Hannover: Er hatte mit Freunden zusammen ein kleines Online-Magazin gestartet, in dem regelmäßig eigene Cocktail-Rezepte veröffentlicht werden sollten – keiner dachte daran, mit diesem Projekt jemals Geld zu verdienen. “Es hat uns einfach Spaß gemacht und wir wollten eine Sammlung unserer eigenen Rezepte zusammenstellen, online eben, damit wir alle vom eigenen PC aus Zugriff darauf haben” meint Gerardo.

Geld wurde daran nicht verdient, allerdings hat Gerardo schon bald nach dem Start des Cocktail-Magazins die dicke Honorarrechnung eines Anwalts bekommen – satte 1255,- Euro soll er laut anwaltlicher Abmahnung für die nicht zulässige Verwendung fremden Bildmaterials bezahlen. Weit ist sein Projekt nicht gekommen: ” Wir hatten gerade mal ein paar Rezepte drin” meint der verzweifelte Cocktail-Fan, “da kam schon die Abmahnung ins Haus geflattert. Ich hatte mir für das grobe Design der Website ein paar Fotos aus dem Internet gesammelt. Ein Freund von mir ist Fotograf, der wollte die selbst kreierten Cocktails fotografieren”.

Urheberrecht gilt – auch im Internet

Doch so weit kam es nicht: Noch bevor das Online-Magazin sich mit Rezepten füllen konnte wurde dem ganzen Projekt der Boden unter den Füßen gezogen. “Ich habe nach dieser Sache keine Lust mehr am Projekt weiter zu machen. Die haben mir den Spaß an der Sache zerstört” sagt uns Gerardo. Grund für die Abmahnung ist das Foto einer Bar, auf der mehrere Cocktails  zu sehen sind. Dieses Foto hatte er sich aus dem Internet herunter geladen und auf seiner Website verwendet – dafür wird er nun zur Kasse gebeten. Die einen haben Verständnis dafür, die anderen eher weniger:

“Ein gewisser Respekt an der Arbeit eines Fotografen sollte doch nicht zuviel verlangt sein: Meist wird ein Foto aufwändig vorbereitet, ein Motiv kreativ in Szene gesetzt, die Lichtbedingungen angepasst – es steckt viel Arbeit dahinter. Da kann es nicht sein, dass jemand ein solches Foto einfach ungefragt für seine eigenen Werke verwendet” meint ein Fotograf sichtlich verärgert in Hinsicht auf dieses heikle Thema.

Urheberrechtsverletzung kann teuer werden

Grundsätzlich gilt: Der Fotograf hat die vollen Urheberrechte an einem Foto – auch wenn ein Foto in der Bildsuche von Google öffentlich betrachtet werden kann berechtigt dies nicht dazu, es für eigene Arbeiten zu verwenden. Diese schmerzhafte Erfahrung musste auch Gerardo machen, der nun die Kosten des Anwalts in Raten bezahlen wird – Unwissen schützt vor Strafe nicht. Wobei es sich in diesem Fall nicht einmal um ein Bußgeld oder ähnliche Strafen handelt, sondern eigentlich “nur” um die Anwaltskosten für die Abmahnung (!) – die allerdings branchenüblich hoch angesetzt werden.





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